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Freies Fahren (Renntraining) in Oschersleben am 20.04.09

Weil ich einen Arbeitskollegen habe, der in seiner Freizeit Motorrad auf der Rennstrecke fährt und auch schon mehrere Jahreskarten für die Nordschleife hatte, habe ich ihn mal gefragt, ob ich nicht mal mitkönnte um mir das anzusehen. Ich war noch nie an einer Rennstrecke und das interessierte mich mal. Er meinte dann, dass nur gucken zu langweilig wäre, ich müsse dann schon mit Mopped mitkommen und auch fahren.

<!–more–> <p style=“text-align: justify;“>Als im Winter die Shell-Academy vergünstigte Gutscheine für ein freies Training in Oschersleben angeboten hat, habe ich die Gelegenheit genutzt und mir einen bestellt. Es gibt dann verschiedene Termine im Jahr an denen man sich anmelden und diesen Gutschein einlösen kann. Also habe ich mich für den 20.04. zusammen mit zwei Arbeitskollegen angemeldet.</p> <p style=“text-align: justify;“>Anreise war am 19.04. mit Transporter und Anhänger mit meinem Mopped hinten drauf. Nach knapp 4 Stunden Fahrt waren wir dann in O-Leben und haben erst einmal unsere Zimmerschlüssel abgeholt. Wegen einer anderen Veranstaltung durften wir erst recht Spät auf den Platz, haben vorher aber schon unsere Papiere und Startnummern geholt.</p> <p style=“text-align: justify;“>Mein Kollege Horst-Dieter (Pommes) ist in einem Rennfahrerclub, dem Mungo-Club-Hohensyburg, von dem auch einige Mitglieder dort waren. Doc Holyday war schon das ganze Wochenende dort und hatte eine Box für uns reserviert. Die haben wir uns mit 8 Moppeds geteilt. Eine Box ist ganz praktisch, da man dort Steckdosen und evtl. sogar eine eigene Toilette hat.</p> <p style=“text-align: justify;“>Als ich sah, was dort alles an Equipment von vielen Teilnehmern aufgefahren wird, habe ich mich doch schon gewundert. Dass das Motorrad für die Rennstrecke entsprechend präpariert ist, war mir schon klar, mit Slicks und leichteren Rennverkleidungen. Ein bisschen Werkzeug ist auch klar. Aber was noch so an Sachen dabei ist, steht manchen Profirennstall gut. Angefangen bei den Transportern mit geschlossenem Anhänger für das Motorrad oder die Motorräder. Diverse verschiedene Reifen, teilweise auf Felge. Reifenwärmer, Montageständer, Tisch, Stuhl, Kaffeemaschine, Grill, verschiedene Auspuffanlagen/Endtöpfe, Sturzteile, Ersatzverkleidungen ect.. Die Teile sind ja nicht gerade billig. Dann kommt noch die Miete für die Box dazu, 120 Euro/Tag, Hotelzimmer, An- und Abreise und das Wichtigste, der Laptimer um die Rundenzeiten zu dokumentieren. Und es wird ja nicht nur in O-Leben gefahren, sondern auch in Holland, Frankreich, Spanien, Portugal. Kein billiges Hobby!</p> <p style=“text-align: justify;“>Am nächsten Morgen war dann um 08:00 Uhr das Briefing, wo die grundsätzlichen Regeln auf der Rennstrecke erklärt wurden, wie die Fahrtrichtung, Flaggenkunde, Verhalten bei Unfall und wie das mit den Turns läuft. Das Motorrad musste auch noch entsprechend vorbereitet werden. So habe ich die Spiegel mit den vorderen Blinkern demontiert. Auch der Kennzeichenhalter mit dem Kennzeichen und den hinteren Blinkern wurde entfernt. Der Scheinwerfer und das Rücklicht wurde mit Gewebeband abgeklebt. Man sah aber auch Motorräder, die hatten nur abgeklebt, einige hatte garnichts abgeklebt und demontiert. Aber was nicht dran ist, geht auch nicht kaputt.</p> <p style=“text-align: justify;“>Wir wurden eingeteilt in vier Gruppen, wovon die 1. Gruppe die Langsamste und die 4. die Schnellste war. Ich habe mich natürlich als Neuling in die 1. Gruppe gemeldet. Ab 08:30 Uhr wurde der erste Turn als Einführungsrunde mit Instruktor gefahren. Wegen Missverständnisse kam ich recht spät raus und habe fast den Anschluss an die Gruppe verpasst. Die letzte Runde wird dann immer mit der Zielflagge angezeigt. Ist der Letzte der Gruppe von der Strecke, darf die nächste Gruppe raus. Die nächsten Turns dauerten dann 20 Minuten, so das man immer 60 Minuten Pause hatte zwischen den Turns. Die Zeit brauchte ich auch zum Erholen. Hätte nicht gedacht, dass das so anstrengend ist. Ich bin ja auch nicht der Sportlichste.</p> <p style=“text-align: justify;“>Da ich die letzten 16 Jahre Harley-Chopper gefahren bin, konnte ich die Kurven nicht so schnell fahren, wie manch andere und wie ich gerne hätte. Ich hatte irgendwo Angst mich richtig in die Kurve zu legen. Durch dieses Renntraining wollte ich das Kurvenfahren auf sicherem Terrain üben. Die ersten Turns bin ich immer als letzter rausgefahren und wurde irgendwann überholt, d.h. ich wurde überrundet und manchmal so schnell, dass ich dachte ich stehe. Im Laufe der Zeit wurde ich aber auch schneller und habe einige Motorräder überholt und die Überrundungen wurden auch weniger. Ich merkte aber, dass ich irgendwann an einem Punkt war, wo keine Steigerung mehr kam. Das kommt dann wahrscheinlich erst wieder mit zunehmendem Training.</p> <p style=“text-align: justify;“>Mit meinem Motorrad war ich sehr zufrieden. Leistung im Überfluss, Fahrwerk ist Spitze und die Reifen, Bridgestone BT 021, gaben auch keinen Ansatz zur Kritik. Ich habe also noch genügend Reserve, bis ich vom Fahrkönnen an die Grenzen der Maschine stosse.</p> <p style=“text-align: justify;“>Lobend erwähnen möchte ich auch noch die Mungos. Ich bin sehr herzlich in deren Kreis ausgenommen worden habe Tips bekommen und wurde nie dumm angemacht, was ich denn mit meinen schweren Mopped hier auf der Rennstrecke denn will. Alles in Allem ein netter Haufen. Ich könnte mir vorstellen vielleicht ein- oder zweimal im Jahr so etwas zu machen, aber nur auf der Rennstrecke rumzuheizen kann ich mir nicht vorstellen. Dazu hat mir z.B. das <a href=“http://www.vom-grossen-ring.de/bikerthom/?p=128″>Eifeldiplom</a> zu viel Spass gemacht. Ich habe aber auch festgestellt, dass mir das Training für die Strasse nicht wirklich viel gebracht hat, da ich bei den unterschiedlichen Strassenbelägen doch wieder Angst habe und mich nicht so in die Kurve schmeisse wie andere.</p>